Was ist eigentlich eine Bereitstellungsplane und wofür wird sie eingesetzt?

Schere und Spreizer auf einer individuellen Bereitstellungsplane F-Ready

Was genau ist eine Bereitstellungsplane?

Bei einem Feuerwehreinsatz liegen Geräte und Materialien schnell einmal dort, wo gerade Platz ist. Das funktioniert im Einsatz, solange alle Beteiligten wissen, wo was zu finden ist. Gerade bei größeren oder unübersichtlichen Einsatzstellen kann eine feste Struktur aber einen entscheidenden Unterschied machen.

Bereitstellungsplane für die Feuerwehr

Eine Bereitstellungsplane für die Feuerwehr schafft genau diese Struktur. Sie gibt vor, welche Geräte und Materialien wo abgelegt werden und sorgt damit für eine übersichtliche Bereitstellung direkt an der Einsatzstelle.

Dabei geht es nicht darum, möglichst viel auf einer Plane unterzubringen. Entscheidend ist, dass die Anordnung zur jeweiligen Feuerwehr, zum Fahrzeug und zu den eigenen Einsatzabläufen passt und dabei nichts vergessen wird, was bei dem Einsatz dann zu zeitlichen Verzögerungen führen kann.

Eine Bereitstellungsplane ist eine robuste, bedruckte Plane, die bei einem Feuerwehreinsatz als definierte Ablagefläche für Geräte und Einsatzmaterial dient.

Auf der Plane sind verschiedene Bereiche und Positionen gekennzeichnet. Je nach Einsatzart können dort beispielsweise hydraulisches Rettungsgerät, Erste-Hilfe-Material, Unterbaumaterial, Brandschutzmittel oder weitere Ausrüstung bereitgelegt werden.

Die Plane wird in der Regel zwischen dem Einsatzfahrzeug und der Einsatzstelle ausgebreitet. Die Mannschaft kann die benötigten Geräte aus dem Fahrzeug nehmen und entsprechend der vorgesehenen Anordnung auf der Plane ablegen.

So entsteht eine Art visuelle Ordnung an der Einsatzstelle. Wichtig: In der Regel nutzen Feuerwehren auch jetzt schon entsprechende Planen, um Stolperfallen zu vermeiden und die Gerätschaften vor Schmutz zu schützen. Das Verwenden einer optimierten Bereitstellungsplane erfordert also keine neuen oder anderen Handgriffe, als bisher.

Zweck einer Bereitstellungsplane bei der Feuerwehr

Bei einer Technischen Hilfeleistung müssen häufig viele unterschiedliche Geräte gleichzeitig eingesetzt werden. Gerade bei Verkehrsunfällen gehören dazu beispielsweise Schere und Spreizer, Unterbaumaterial, Glasmanagement, Erste-Hilfe-Material oder Brandschutz. Während große Geräte oft offensichtlich sind, liegt der Teufel oft im Detail. Denkt man wirklich an eine Rope-Ratchet oder Bandschlingen?

Ohne feste Struktur kann sich die Geräteablage schnell verändern. Ein Gerät wird dort abgelegt, wo gerade Platz ist, das nächste daneben. Nach einigen Minuten ist möglicherweise nicht mehr auf den ersten Blick erkennbar, welches Material bereits bereitliegt und wo es zu finden ist.

Eine Bereitstellungsplane kann hier eine einfache Orientierung schaffen und bereits im Training Abläufe verfestigen.

Das Prinzip ist immer gleich: Was benötigt wird, hat seinen vorgesehenen Platz.

Das erleichtert nicht nur die Arbeit während des Einsatzes. Auch nach der Verwendung lässt sich schneller erkennen, ob alle Geräte wieder vollständig vorhanden sind.

Bereitstellungsplane für TH und THL

Ein häufiger Einsatzbereich ist die Technische Hilfeleistung, kurz TH.

Je nach Bundesland und Feuerwehr wird dafür auch die Abkürzung THL verwendet. Gemeint ist derselbe Einsatzbereich: Einsätze, bei denen technische Maßnahmen erforderlich sind, beispielsweise nach Verkehrsunfällen, bei eingeklemmten Personen oder bei anderen Lagen.

Eine Bereitstellungsplane für TH beziehungsweise THL kann entsprechend der eigenen Beladung aufgebaut werden.

Typische Bereiche können beispielsweise sein:

  • hydraulisches Rettungsgerät wie Schere, Spreizer und Stempel
  • Unterbaumaterial
  • Erste-Hilfe- und Rettungsmaterial
  • Brandschutz
  • Glasmanagement
  • Absicherungsmaterial
  • weiteres, individuell benötigtes Einsatzmaterial bis hin zum Tischtennisball (für die Mega-Profis)

Welche Bereiche tatsächlich auf der Plane vorgesehen werden, hängt von der jeweiligen Feuerwehr und ihrem Einsatzkonzept ab.

Bereitstellungsplane für den Atemschutzeinsatz

Auch beim Atemschutzeinsatz kann eine strukturierte Bereitstellung sinnvoll sein.

Hier unterscheiden sich die Anforderungen deutlich von einer Technischen Hilfeleistung. Atemschutzgeräte, Flaschen, Masken, Atemschutzüberwachung und weitere Ausrüstung benötigen eine andere Anordnung als hydraulisches Rettungsgerät.

Deshalb muss eine Bereitstellungsplane nicht zwangsläufig auf einen einzigen Einsatzzweck beschränkt sein.

Eine Möglichkeit ist eine doppelseitig bedruckte Bereitstellungsplane: Eine Seite wird beispielsweise für die Technische Hilfeleistung genutzt, die andere für den Atemschutzeinsatz. Oder sogar weiter gedacht: Hygiene und Sichtschutz spielen eine immer größere Rolle.

Damit lässt sich eine Plane für mehrere Einsatzbereiche verwenden, ohne zusätzlichen Platz für eine zweite Plane auf dem Fahrzeug vorhalten zu müssen.

Standard oder individuelle Bereitstellungsplane?

ne Standardlösung kann für viele Feuerwehren funktionieren. Allerdings gleicht trotz DIN kaum ein Feuerwehrfahrzeug dem anderen.

Unterschiedliche Fahrzeugtypen, Beladungskonzepte und taktische Abläufe führen dazu, dass auch die optimale Geräteanordnung unterschiedlich aussehen kann.

Eine individuell bedruckte Bereitstellungsplane kann deshalb genau auf die vorhandene Ausstattung und Taktik abgestimmt werden.

Dabei können beispielsweise folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Fahrzeug und vorhandene Beladung
  • Anzahl und Art der Geräte
  • Abläufe der Mannschaft
  • taktische Vorgaben
  • gewünschte Beschriftungen
  • Logos und Kennzeichnungen
  • unterschiedliche Einsatzarten

Das Ziel ist nicht eine möglichst voll bedruckte Plane. Die Anordnung sollte vor allem im Einsatz schnell verständlich sein. 

Bereitstellungsplane als Unterstützung für die Ausbildung

Eine feste Geräteanordnung hat noch einen weiteren Vorteil: Sie lässt sich auch in der Ausbildung nutzen.

Wenn bei Übungen immer wieder die gleiche Struktur verwendet wird, lernt die Mannschaft nicht nur den Umgang mit den einzelnen Geräten. Auch die Abläufe rund um die Bereitstellung werden vertrauter.

Wo liegt das nächste Gerät? Wo wird das Unterbaumaterial abgelegt? Wo findet sich das Erste-Hilfe-Material?

Solche Fragen müssen im Idealfall nicht jedes Mal neu beantwortet werden.

Die Bereitstellungsplane ersetzt dabei keine Ausbildung und keine taktischen Vorgaben. Sie kann aber eine einfache und sichtbare Unterstützung sein, um Abläufe zu vereinheitlichen und fungiert dabei wie eine große übersichtliche Checkliste.

Gestaltung einer Bereitstellungsplane

Genau das ist ein wichtiger Punkt: Eine gute Bereitstellungsplane sollte sich an den tatsächlichen Anforderungen der Feuerwehr orientieren und nicht umgekehrt.

Eine Feuerwehr mit einem Hilfeleistungslöschfahrzeug und umfangreicher Beladung benötigt möglicherweise eine andere Aufteilung als eine kleinere Einheit. Auch die örtlichen Einsatzschwerpunkte können eine Rolle spielen.

Deshalb sollte vor der Gestaltung zunächst geklärt werden:

Erst daraus ergibt sich die sinnvolle Aufteilung der Plane.

Was zeichnet eine gute Bereitstellungsplane aus?

Im Einsatz zählt vor allem eines: Die Plane muss schnell verständlich und praktisch nutzbar sein.

Eine gute Bereitstellungsplane für die Feuerwehr sollte deshalb:

  • robust und für den Einsatz geeignet sein
  • eine klare und verständliche Aufteilung haben
  • zur tatsächlichen Fahrzeugbeladung passen
  • gut erkennbare Beschriftungen und Symbole verwenden
  • ausreichend Platz für die vorgesehenen Geräte bieten
  • sich einfach auslegen und wieder verstauen lassen
  • bei Bedarf mehrere Einsatzbereiche abdecken können
  • Als praktische Checkliste fungieren

Die Gestaltung ist dabei genauso wichtig wie das Material. Eine Plane, auf der zu viel steht oder die unnötig kompliziert aufgebaut ist, hilft im Einsatz wenig.

Individuelle Fertigung der Feuerwehr Bereitstellungsplane

F-Ready entwickelt Bereitstellungsplanen gemeinsam mit Feuerwehren und passt die Gestaltung an deren Ausstattung und Einsatzabläufe an.

Von der Bereitstellungsplane für TH und THL über eine Plane für den Atemschutzeinsatz bis hin zu individuellen Kombinationen sind unterschiedliche Lösungen möglich. Auch eine doppelseitige Bedruckung kann eingesetzt werden, wenn mehrere Einsatzbereiche mit einer Plane abgedeckt werden sollen.

Dabei werden nicht einfach vorhandene Geräte auf einer Fläche verteilt. Entscheidend ist die Frage, wie die Plane später tatsächlich im Einsatz genutzt wird.

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